Poppers als Legal Highs

Poppers gibt es zwar in den unterschiedlichsten Aufmachungen – so wie auch Räuchermischungen, Tabletten und Kapseln, Energydrinks und andere Legal Highs – aber ihre Wirkung variiert maximal in der Stärke. Poppers gelten schon seit sehr langer Zeit als Legal Highs mit einer bestimmten Wirkung, die allerdings für unterschiedliche Zwecke genutzt wird – und da auch in verschiedener Richtung und Intensität. Um nicht zu theoretisch und verwirrend zu wirken, starten wir einfach mal in die direkte Wissensvermittlung:

 

Das sind Poppers

Poppers haben ihren Namen von dem „Popp“-Geräusch, welches die Glasampullen, in denen sie früher zu medizinischen Zwecken vertrieben wurden, beim Öffnen gemacht haben. Die Flüssigkeiten in den Ampullen enthielten und enthalten Amylnitrit, Cyclohexylnitrit und Isopropylnitrit. Diese Stoffe verdampfen schon bei Zimmertemperatur und können somit inhaliert werden. Sie wurden zur Heilung von Angina Pectoris eingesetzt.

Heute werden die genannten Stoffe in dieser Kombination und Form nicht mehr im Kampf gegen Angina Pectoris eingesetzt, sondern nur noch als Poppers vertrieben – aber das auch nicht mehr von der Pharmaindustrie. Zudem sind Glasampullen, die man nicht mehr verschließen kann, out. Nun werden Poppers in Plastik- und of in kleinen Glasflaschen verkauft. Umhüllt sind diese oft mit bunten, auffälligen Folien, die den Namen des Produkts etc. preisgeben.

 

Die Wirkung von Poppers

Beim Inhalieren bzw. ausschließlichen Einatmen der Dämpfe der oben genannten Chemikalien kommt es zur sofortigen Aufnahme in den Blutkreislauf (durch die Lungenbläschen, in denen auch Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht werden). Dort angekommen lösen die Stoffe eine Gefäßerweiterung aus und gelangen zudem ins Hirn. Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich schon einmal die erste Wirkung: ein Rausch. Das im Kopf stattfindende und nicht psychodelische High beginnt nur wenige Momente nach der Inhalation und hält oft mehrere Minuten an.

Poppers wirken auch schmerzlindernd bzw. betäubend im Hinblick auf das allgemeine Schmerzempfinden. Zudem kann sich aus dem Konsum von Poppers eine Muskelentspannung ergeben. Zusammen mit der aphrodisierenden Wirkung, welche sich ebenfalls aus der Weitung der Blutgefäße ergibt, führt dies alles unter anderem zur Verwendung von Poppers als Sexdroge. Vor allem unter männlichen Homosexuellen wurden Poppers in der Vergangenheit bekanntermaßen als Vorbereitung auf den Analverkehr angewandt.

Eine physische Sucht ist bei Poppers nicht dokumentiert. Eine psychische Sucht im allgemeinen Sinne auch nicht. Jedoch kann es zur sexuellen Unlust kommen, wenn davor oder dabei keine Poppers angewandt werden. Unser Tipp daher für alle, die diese Produkte als Aphrodisiakum anwenden wollen: nicht so häufig, bitte!

 

Rechtliche Hinweise zu Poppers

Der Besitz und damit die Anwendung sind im deutschsprachigen Raum, also in Österreich, der Schweiz und Deutschland legal. Illegal hingegen sind Kauf, Verkauf und Handel. Wenn ihr also im Besitz von Poppers seid und von einer Rechtsinstanz über den Erhalt befragt werdet, dann ist es am ratsamsten zu behaupten, dass man das oder die Fläschchen „gefunden“ hat. Ob man im Gegenzug ein bisschen Geld „verloren“ hat, das kann man vielleicht als Information unterschlagen…